der VÄTER Blog

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Väterbeteiligung beim Elterngeld steigt weiter an

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 15. Februar 2017

Für mehr als jedes dritte Kind (35,7 %), das im zweiten Quartal 2015 in Deutschland geboren wurde, bezog der Vater Elterngeld. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hat sich die sogenannte Väterbeteiligung beim Elterngeld damit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,3 Prozentpunkte erhöht. Dies zeigen die aktuellen Berechnungen zu den abgeschlossenen Leistungsbezügen für im zweiten Quartal 2015 geborene Kinder aus der amtlichen Statistik zum Elterngeld.

Sachsen war im zweiten Quartal 2015 mit inzwischen 46,7 % weiterhin Spitzenreiter bei der Väterbeteiligung, gefolgt von Bayern mit 43,4 % und Thüringen (42,7 %). Die geringsten Werte wiesen Bremen mit 27,3 % und das Saarland mit 24,5 % auf.

Elterngeld 2015-2

Die Väterbeteiligung steigt seit Beginn der Berechnungen (Geburtsjahr 2008) kontinuierlich an. Bei den im zweiten Quartal 2008 geborenen Kindern war es bundesweit noch jedes fünfte Kind (20,5 %) gewesen, für das der Vater Elterngeld in Anspruch nahm. Zwei Jahre später war es bereits jedes vierte Kind (25,4 %). Die Mütterbeteiligung am Elterngeld lag während des gesamten Zeitraums bei 95 bis 96 %.

Deutschlandweit ist die Väterbeteiligung zwischen dem zweiten Quartal 2008 und dem zweiten Quartal 2015 um 15,2 Prozentpunkte gestiegen. Ausgehend von unterschiedlichen Niveaus in den einzelnen Bundesländern gab es in den letzten 7 Jahren die höchsten Anstiege in Baden-Württemberg (+ 20,0 Prozentpunkte), Sachsen (+ 19,6 Prozentpunkte) und Thüringen (+ 17,5 Prozentpunkte), die geringste Zunahme wies Bremen auf (+ 9,8 Prozentpunkte).

Detaillierte Ergebnisse der Elterngeldstatistik für im zweiten Quartal 2015 geborene Kinder sowie Ergebnisse zum Elterngeld Plus (detaillierte Ergebnisse zu Bestandsdaten bis zum dritten Quartal 2016) sind im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes abrufbar.

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Guter Papa, böser Papa

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 11. Februar 2017

guterpapaboeserpapa

Er wurde als Junge geschlagen, als Jugendlicher gewalttätig, nun hat er selbst vier Söhne. Was muss passieren, damit Väter, die in kaputten Familien aufgewachsen sind, die erlebte Gewalt nicht an ihre Kinder weitergeben?

Wenn Manuel erzählt, wie der Lebenspartner seiner Mutter ihn als Kind geschlagen hat, dann zeigt er auf drei Stellen an seinem Körper: auf den Schädel, die Wangen und die Brust. Er sagt: “Grün und blau.”

Manuel war 8, als es losging. Mit 14 schickte ihn das Jugendamt in eine betreute Wohngemeinschaft, von dort in eine Pflegefamilie und wieder zurück zur Mutter. Bald begann Manuel selbst zu prügeln. Mit 15 saß er zum ersten Mal in Jugendhaft, später, volljährig, weitere zwei Male im Gefängnis. Seine Taten: Volksverhetzung, Beamtenbeleidigung, Körperverletzung. Der Achtjährige von damals hatte sich gemerkt, wie man draufhaut.

Manuel, der in Wirklichkeit anders heißt, ist heute 32 Jahre alt. Sein Kopf ist kahl rasiert, in einem schwarzen Kapuzenshirt sitzt er am Küchentisch in seiner Wohnung und raucht. Im Spülbecken hinter ihm stehen die Müslischalen der Kinder vom Frühstück.

Manuel lebt mit seiner Frau in einer kleinen Stadt am Rande des Ruhrgebiets. Er hat vier Söhne, zwei eigene und zwei aus der ersten Beziehung seiner Frau. Viele Jahre lang wuchsen die Jungs woanders auf; das Jugendamt brachte sie in Pflegefamilien unter. Zurzeit wohnen die beiden älteren Kinder wieder zu Hause. Was war geschehen? Hat Manuel zugeschlagen? Geht es für seine Söhne so weiter wie damals für ihn?

Ein Bericht über ein spannendes Projekt an der TH Dortmund.

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Was die Beteiligung von Vätern an der Erziehung ihrer Kinder stärkt

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 5. Februar 2017

Colette Fagan und Helen Norman von der Manchester University haben erforscht, welche Faktoren die Beteiligung von Vätern an der Erziehung ihrer Kinder stärken. Ihre Ergebnisse:

Die Möglichkeit für den Vater, Vaterschafts- und Elternurlaub zu nehmen, ist von entscheidender Bedeutung, ebenso wie die Förderung von Arbeitszeiten für Männer, die ihnen ein aktives Familienleben ermöglichen, also insbesondere eine kürzere Vollzeit. Bei der Elternzeit kommt es darauf an, dass die Monate für den Vater reserviert sind

Die Forscherinnen fanden zudem heraus, dass ein Vater eher an der Kinderbetreuung beteiligt ist, wenn die Mutter Vollzeit beschäftigt ist. Daher sind Maßnahmen, die es allen Frauen ermöglichen, eine sanfte Wiederaufnahme der Beschäftigung nach der Geburt zu ermöglichen, zu einer gleichberechtigteren Gleichstellung der Geschlechter förderlich. Eine qualitativ hochwertige, erschwingliche und flexible Kinderbetreuung ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung.

Schließlich sei es auch wichtig, das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu reduzieren. Wenn Mütter weniger verdienen und deshalb in Teilzeit wechseln reduziert dies die Wahrscheinlichkeit, dass der Väter an der Betreuung ihrer Kinder beteiligt sind.

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26 Wochen Elternzeit für alle Väter und Mütter

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 1. Februar 2017

Im April 2016 kündigte Etsy, eine internationale Handelsplattform für den Kauf und Verkauf von handgemachten Produkten, Vintage und Künstlerbedarf an, allen Beschäftigten, unabhängig von Geschlecht, Land, Wohnsitz oder Familienstand 26 Wochen bezahlte Elternzeit zu gewähren.

Nach neun Monaten wurde eine erste Bilanz gezogen: 48 Beschäftigte haben die Möglichkeit genutzt, jeweils zur Hälfte Männer und Frauen (der Frauenanteil bei Etsy beträgt 54%). Die Inanspruchnahme der Elternzeit hatte einen überwiegend positiven Einfluss auf die berufliche Entwicklung: 35% sind seit April 2016 befördert worden, von ihnen 41% auf das Level eines Direktors oder höher.

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Jungenbeschneidung in Deutschland

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 28. Januar 2017

Am 8. Mai veranstalten das Klinische Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zusammen mit der Sektion Kinder- und Jugendpsychosomatik der DGPM und der Betroffenenorganisation MOGiS e.V. anlässlich des fünften Jahrestages des “Kölner Beschneidungsurteils” eine wissenschaftliche Fachtagung zur Jungenbeschneidung in Deutschland. Das Kölner Landgericht bewertete in seinem Urteil eine medizinisch nicht-indizierte operative Vorhautentfernung an nicht-einwilligungsfähigen Jungen als eine strafbare Körperverletzung. Der Gesetzgeber gestattete Eltern jedoch schon wenige Monate später im dafür neu geschaffenen §1631d BGB, aus jeglichem Grunde in eine medizinisch nicht notwendige Genitalbeschneidung ausschließlich ihres Sohnes rechtswirksam einzuwilligen.

Zahlreiche Jungen und Männer leben in Deutschland mit den Folgen einer im Kindesalter erlittenen medizinisch nicht indizierten Beschneidung. Oft spielen religiöse oder kulturelle Motivationen der Eltern eine Rolle. Häufig erfolgen auch angeblich medizinisch notwendige Beschneidungen ohne Vorliegen einer objektiv bestehenden medizinischen Indikation. Die Beschneidung und ihre möglichen negativen körperlichen, sexuellen und psychosomatischen Auswirkungen werden auch heute noch häufig als vermeintlicher “kleiner Schnitt” ohne Folgen bagatellisiert und stehen aus unterschiedlichen Gründen auch nicht im diagnostischen Fokus des ärztlichen Gespräches. Die möglichen Komplikationen dieser irreversiblen Verletzung des männlichen Genitales sind jedoch erheblich.

Die Fachtagung am Universitätsklinikum Düsseldorf möchte deshalb aus unterschiedlichen Fachbereichen auf aktuellem Wissens- und Forschungsstand informieren. Sie soll für dieses kontroverse, mit Tabus und Ängsten besetzte Thema eine Plattform des sachlich fundierten und respektvollen Dialogs schaffen. Neben Referenten aus den Fachbereichen der Urologie, Kinderchirurgie, Psychosomatik und der Rechtswissenschaften werden auch internationale Referierende aus den Bereichen der Kultur- und Religionswissenschaften sowie auch leidvoll von ihrer Beschneidung Betroffene vortragen.

Die Tagung findet von 9:00 bis 18:00 Uhr im Universitätsklinikum Düsseldorf statt, die Kosten betragen 60,00 Euro. Alle weiteren Informationen und eine Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

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75 Prozent der Väter sind mit ihren Arbeitszeiten unzufrieden

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Mittwoch 25. Januar 2017

Betriebe haben einen entscheidenden Einfluss darauf, ob sich Mütter und Väter mit kleinen Kindern die Aufgaben in Familie und Beruf partnerschaftlich aufteilen. Viele Eltern, insbesondere Väter, streben eine stärker egalitäre Aufteilung von Erwerbs- und Elternzeiten an. Mütter und Väter können diesen Wunsch aber oft nicht realisieren. Angst vor beruflichen Nachteilen und fehlende Angebote an flexiblen Arbeitszeitmodellen stehen im Weg. Auch finanzielle Möglichkeiten der Paare begrenzen die Chancen einer Umverteilung bezahlter Arbeit.

Das zeigt eine WZB-Studie, die am 24. Januar gemeinsam von WZB-Präsidentin Jutta Allmendinger und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorgestellt wurde. Sie hat erstmals die Rolle von Betrieben für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Aufgaben untersucht. Befragt wurden mehr als 1.700 zusammenlebende Mütter und Väter, deren Kinder jünger als 13 Jahre alt sind.

Insgesamt wünschen sich 42 Prozent der Väter und 35 Prozent der Mütter annähernd gleiche Wochenarbeitszeiten. Der Wunsch variiert allerdings erheblich nach der aktuellen beruflichen Situation der Partner. So möchte die große Mehrheit der Paare mit egalitären Erwerbsmodellen (beide Vollzeit oder beide Teilzeit) auch in Zukunft eine egalitäre Aufteilung beibehalten. Auch die Mehrheit der Paare, in der die Frau Haupt- oder Alleinverdienerin ist, wünscht sich eine ausgewogene Aufteilung der Erwerbsarbeitszeiten. Wenn der Mann Haupt- oder Alleinverdiener ist, spricht sich hingegen nur eine Minderheit der Mütter und Väter für einen ähnlichen Erwerbsumfang beider Eltern aus.

Mehr als die Hälfte der befragten Mütter (52 Prozent) und Väter (56 Prozent) geben an, ihre Arbeitszeit aus finanziellen Gründen nicht reduzieren zu können. Außerdem verhindern betriebliche Gründe eine Arbeitszeitverringerung: Knapp jeder zweite Vater (46 Prozent) und knapp jede dritte Mutter (30 Prozent) haben derzeit keine passende Stelle mit weniger Stunden in Aussicht. 36 Prozent der befragten Väter geben an, dass Teilzeit für Männer in ihrem Betrieb unüblich ist; 34 Prozent sagen, dass die oder der Vorgesetzte dagegen ist. Jede fünfte Mutter (19 Prozent) gibt Vorbehalte des Vorgesetzten als Hinderungsgrund für Teilzeit an. Weiterlesen »

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Zwei Jahre VÄTERNETZWERK NRW

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 23. Januar 2017

Am 19. Januar 2017 fand in Düsseldorf die Abschlussveranstaltung zum erfolgreichen Pilotprojekt statt. Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, lobte das Engagement für eine väterorientierte Personalpolitik. Expertinnen und Experten, Personalverantwortliche aus Unternehmen sowie Väter, die ihre Vereinbarkeitslösungen schilderten, boten vielfältige Anregungen zum Nachdenken oder Nachmachen.

© Väter PAL gGmbH, Illustratorin: Clara Roethe, www.clararoethe.de

© Väter PAL gGmbH, Illustratorin: Clara Roethe, www.clararoethe.de

Am Pilotprojekt nahmen E.ON SE, ERGO Group AG, ista Deutschland GmbH, Sparkasse KölnBonn und Vodafone GmbH teil. Die Unternehmen konnten das umfangreiche väterspezifische Programm der Väter PAL gGmbH nutzen, um Vätern die Möglichkeit zu bieten, sich in Webinaren und unternehmensübergreifenden Veranstaltungen zu Themen aus den Bereichen Erziehung und Work-Life-Balance zu informieren sowie an Vater-Kind-Aktivitäten teilzunehmen. Die Initiierung von Väternetzwerken in den teilnehmenden Unternehmen war ein weiterer Baustein, den Austausch zu fördern. Spezielle Formate für Führungskräfte rundeten das Angebot ab. Eine ausführliche Evaluation im Rahmen des Projektes bestätigt, wie wichtig es ist, Mitarbeiter auch in ihrer Vaterrolle wahrzunehmen und wertzuschätzen. 75 Prozent der befragten Teilnehmer sind überzeugt, dass ein aktives Väternetzwerk im Unternehmen den Veränderungsprozess zu einer väterorientierten Personalpolitik voranbringen kann.

Mehr als 20 ExpertInnen bzw. Personalverantwortliche aus Unternehmen sorgten für zahlreiche und vielfältige Impulse sowie einen regen Austausch mit den rund 100 Teilnehmenden – sei es im Expertenpanel „Aushandlungsprozesse in der Partnerschaft“, der Podiumsdiskussion „Vereinbarkeit 2020 – nur noch mit Müttern UND Vätern!“ oder in einem der vier Workcafés zu den Themen Digitalisierung der Arbeits- und Familienwelt, väterbewusste Führung, Väternetzwerke in Unternehmen oder Partnerschaftlichkeit als Vereinbarkeitstrend.

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Der Weg in die Teilzeit darf keine Einbahnstraße sein!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 21. Januar 2017

Die Familienorganisationen der AGF fordern eine gesetzliche Möglichkeit, die Arbeitnehmer/innen den Weg zurück in Vollzeit erleichtern soll, nachdem sie sich für eine Teilzeitarbeit entschieden haben. Anlässlich der Veröffentlichung der neuesten Daten zu Arbeitszeiten und Arbeitszeitwünschen vom Statistischen Bundesamt unterstützen die Organisationen die Gesetzesinitiative von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, den Weg in die Teilzeit auf Wunsch zu befristen.

„Wir unterstützen Frau Nahles in ihrem Bestreben, das Rückkehrrecht auf eine Vollzeitstelle nun möglichst schnell gesetzlich umzusetzen. Denn angesichts der Leistungen, die Familien bei dem täglichen Spagat zwischen beruflichen Anforderungen und familiärer Verantwortung erbringen müssen, braucht es dringend bessere Rahmenbedingungen“, so der Vorsitzende der AGF, Stefan Becker.

Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu Arbeitszeiten und Arbeitszeitwünschen machen deutlich, dass viele Teilzeitbeschäftigte mit ihrem Arbeitsumfang unzufrieden sind: fast 15 Prozent der Arbeitnehmer/innen in Teilzeit sind „unterbeschäftigt“ und würden gern ihre Arbeitsstunden erhöhen. Gleichzeitig wünschen sich zahlreiche Personen, die in Vollzeit arbeiten eine Reduzierung ihrer beruflichen Wochenarbeitsstunden. …

Angesichts der Wünsche der Familien treten die Familienorganisationen für einen allgemeinen Anspruch auf Befristung der Teilzeit ein. Ziel sollte es sein, dass mit Auslaufen der Befristung automatisch ein Rückkehrrecht bis hin zum vorherigen Arbeitsumfang gilt. Im Fall widerstreitender Interessen sollen Beschäftigte mit minderjährigen Kindern oder zu pflegenden Angehörigen vorrangig berücksichtigt werden.

Eine solche Befristung sollte nach Vorstellungen der AGF innerhalb einer sechsmonatigen Frist vor Ablauf verlängert werden können. Diese Frist gilt auch für eine Rückkehr zu einem Arbeitsumfang mit einer geringeren als der ursprünglich gültigen Wochenstundenzahl. Ansonsten sollte nach Ablauf der befristeten Teilzeit wieder automatisch die ursprüngliche Wochenarbeitszeit gelten. Die Möglichkeit, leichter zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigung zu wechseln, könnte auch dazu beitragen, dass mehr Männer ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren, um Sorgearbeiten innerhalb der Familie zu übernehmen.

Aus Sicht der AGF sind weitere grundsätzliche Änderungen am Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) notwendig: Die Ablehnung eines Teilzeitwunsches soll nur dann möglich sein, wenn dem „dringende betriebliche Gründe“ entgegenstehen. Zudem sollte Arbeitnehmer/innen die Aufstockung des Arbeitsumfangs erleichtert werden, insbesondere für Personen mit familiären Sorgeaufgaben.“

Aus der Sicht der Väter ist ein Rückkehrrecht aus der Teilzeit eine unabdingbare Voraussetzung, um die Möglichkeiten einer vorübergehenden Arbeitszeitverkürzung nutzen zu können.

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Über Geld reden

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 19. Januar 2017

Spiegel 3-2017‚Reden ist Geld‘ lautet die Titelgeschichte des ‚Spiegel‘ vom 14. Januar, indem viele Gründe aufgelistet werden, warum es wichtig ist auch als frisch Verliebte in deiner Beziehung über Geld und Aufgabenteilungen zu sprechen. Bislang wird dieses Thema nach dem Motto ‚Schweigen ist Gold‘ flächendeckend vernachlässigt, mit der Folge, dass 63 Prozent der verheirateten Frauen zwischen 30 und 50 Jahren weniger als tausend Euro netto im Monat verdienen.

Ehe und Familie sind, so das Fazit der Studie des Bundesfamilienministeriums „Mitten im Leben‘ für ‚einen erheblichen Teil‘ dieser Frauen ‚in ihren Risiken und Folgen abhängigkeitsfördernd und existenzbedrohend‘. Männer stellen in diesem Zeitraum in der Regel die Weichen für ihre berufliche Entwicklung. Verheiratet oder nicht ist dabei egal. Die Verfasser des Beitrags versuchen die Ursachen dafür zu finden:

„… Aber warum ist das eigentlich so? Werden Frauen in diese Rollenverteilung gedrängt, oder sind sie womöglich selbst daran schuld? Studien zeigen doch eigentlich, dass junge Männer sich inzwischen mehrheitlich wünschen, dass ihre Frauen selbst für ihren Unterhalt sorgen.

Auch Volker Baisch wollte kein Vater sein, der sich den ganzen Tag abrackert und abends den schlafenden Kindern nur noch einen Gutenachtkuss auf die Stirn drückt. Mit seiner Frau zog er das Modell der gleichberechtigten Partnerschaft deshalb schon vor 16 Jahren durch, als ihre erste Tochter auf die Welt kam. Beide merkten schnell, worin die größte Schwierigkeit liegt, Baischs Überzeugung nach bis heute: in den eigenen Vorstellungen.

“Meine Frau beispielsweise sagte mir in der Zeit, in der ich mich ausschließlich um unsere Tochter kümmerte, wie schwer die Verantwortung auf ihr laste, allein für die finanzielle Situation der Familie zuständig zu sein. So schlimm habe sie sich das gar nicht vorgestellt. Über diese Frage habe ich nie nachgedacht, als es an mir war, das Geld zu verdienen.” Für ihn als Mann sei das ja selbstverständlich gewesen, trotz der Belastung und auch der Risiken, die das mit sich bringe.

Solche verinnerlichten Rollenmuster spielen auch heute noch eine zentrale Rolle bei der Frage, wer wie viel arbeiten geht und wer sich um die Kinder kümmert. Darin ist sich Baisch, der heute Unternehmen in Fragen der Familienfreundlichkeit berät, sicher. “Das sind ganz unterbewusste Prozesse, die sich da abspielen. Auch wenn sich junge Männer theoretisch unabhängige Partnerinnen wünschen und die meisten Frauen neben der Familie auch einen erfüllenden Beruf wollen, ist die gelebte Realität oft eine andere.”

Es sind beispielsweise häufig die Frauen, die sich bewusst dafür entscheiden, für die Familie beruflich kürzerzutreten, das zeigt auch eine Studie des Familienministeriums, in der Väter und Mütter befragt wurden. Der Wunsch der Mutter, Zeit mit dem Kind zu verbringen, war demnach der wichtigste Einflussfaktor für die Rollenverteilung in der Familie. Nicht die Einkommensunterschiede vor der Geburt des ersten Kindes oder andere strukturelle Gründe, wie man es hätte vermuten können. …“

Mein Fazit ‘Reden ist Gold!’ und Väter ermutigen, ihre Wünsche auch umzusetzen.

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Väter verbringen viermal so viel Zeit mit ihren Kindern wie vor 50 Jahren

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 15. Januar 2017

Eltern verbringen heute mehr Zeit mit ihren Kindern als noch vor rund 50 Jahren. Mütter widmen ihnen fast doppelt so viel Aufmerksamkeit wie noch 1965. Die Dauer stieg demnach von 54 auf 104 Minuten pro Tag. Väter erhöhten ihre Kinder-Zeit sogar noch stärker – auch wenn sie deutlich unter dem Mütterpensum bleiben.

Seit 1965 vervierfachten Väter ihre Kinder-Zeit: Statt 16 Minuten widmeten sie dem Nachwuchs jetzt im Schnitt täglich 59 Minuten, heißt es in  einer Studie der Universität von Kalifornien.

Die Forscherinnen Giulia Maria Dotti Sani und Judith Treas hatten dazu Daten aus elf westlichen Ländern wie Kanada, den USA, Dänemark, Frankreich und Deutschland von rund 122.300 Müttern und Vätern mit mindestens einem Kind unter 13 Jahren von 1965 und 2012 ausgewertet. Eltern hatten dazu in Tagebüchern ihre täglichen Aktivitäten dokumentiert.

Eines der zentralen Ergebnisse der Studie: Besser gebildete Eltern widmen ihren Kindern die meiste Zeit. Mütter mit Uni-Abschluss verbringen demnach 123 Minuten pro Tag mit ihrem Nachwuchs, weniger gebildete Mütter 94 Minuten. Akademiker-Väter kommen im Schnitt auf 74, weniger gebildete Väter auf 50 Minuten. Aus Sicht der Forscherinnen ist dieses Ergebnis eigentlich paradox.

“Wirtschaftstheorien zufolge sollten die höheren Einkommen der besser gebildeten Eltern diese eigentlich davon abhalten, weniger zu arbeiten, um mehr Zeit mit ihren Söhnen und Töchtern zu verbringen”, zitiert das Onlineportal phys.org Judith Treas. Außerdem hätten diese Eltern eher das Geld, die Kinderbetreuung an andere Leute zu delegieren.

Aber gerade unter Akademiker-Eltern in westlichen Ländern sei die Ideologie einer “intensiven Elternschaft” inzwischen weit verbreitet und eine Art kultureller Trend, was das Großziehen von Kindern betreffe, sagte Treas. “Die Zeit, die Mütter und Väter mit ihren Kindern verbringen, wird von diesen als ausschlaggebend für deren positive kognitive Entwicklung, ihr Verhalten und ihren schulischen Erfolg betrachtet.”

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